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Vom Wert der Aufmerksamkeit

Das Beste, was ich in meinem Leben gelernt habe, ist: meine Aufmerksamkeit dahin zu lenken, wo ich sie haben will. Nicht, wo sie mich hin zerrt.

Der "monkeymind", wir wir so schön im ZEN sagen, wenn die Gedanken kreisen und ihre problematisierende Natur uns den Schlaf und den Frieden raubt - diese "wilde Affenhorde" im Kopf ist weitgehend zur Ruhe gekommen.

Dahin zu gelangen ist Arbeit an sich selbst. Eine Arbeit, die sich wirklich lohnt. Mit der ich konsequent nach einer schmerzvollen Trennung begonnen habe. Viele Jahre später war sie meine Rettung aus einem Burnout.

Mit beidem bin ich heute ausgesöhnt. Ohne diese leidvollen Herausforderungen wäre ich nicht da, wo ich heute, jetzt bin. In einem sehr anderen, innerlich weitgehend friedlichen, mit mir freundlichen und oft glücklichen Lebensgefühl.

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit in unseren Körper, in die Emotionen und in die Gedanken lenken, wie wir es im MBSR-Programm 8 Wochen lang regelmäßig üben, ist das der Beginn von etwas Neuem.

Wir stärken kontinuierlich unsere Fähigkeit, bewusster und fokussierter zu sein, die Aufmerksamkeit zu lenken, mit Emotionen besser umzugehen, und selbstbestimmter und freundlicher mit uns selbst unser Leben zu gestalten.

Wie geschieht das?

Jeder und jede kennt folgendes: Wenn du mit einem Menschen zusammen bist, der dir Aufmerksamkeit schenkt, dir wirklich zuhört und Raum gewährt, dich wahrnimmt, dich schätzt und annimmt, genau so, wie du bist, dann löst dies in dir ein enormes Wohlbefinden aus. Oder?

Vielleicht fällt dir augenblicklich jemand in deinem Leben dazu ein? Oder du vermisst diese gewährende und freundliche Aufmerksamkeit für dich und sehnst dich danach?

Der Körper sehnt sich nach diesem Gefühl. Wir entspannen, wenn wir wirklich wahrgenommen und gesehen werden, Etwas in uns öffnet sich, wird lockerer, leichter.

Durch die erlebte Aufmerksamkeit fühlen wir uns wohl. Nicht selten hellt unsere Stimmung auf. Vielleicht spüren wir sogar eine leise Freude. Ein Gefühl von Vertrauen und Angenommen stellt sich ein.

Psychisch kann sich Niedergeschlagenheit und Verzweiflung abmildern oder sogar auflösen, ein Kummer beruhigen, eine Angst schmelzen, ein Ärger befrieden.

Aus aufmerksamen Begegnungen und Gesprächen gehen wir „genährt“ und gestärkt heraus.

Aufmerksamkeit wirkt heilsam. Nicht nur im Kontakt mit einem anderen Menschen. Sondern auch und ebenso, wenn wir sie uns selbst schenken.

Da wir es nicht lernen, uns selbst wirklich Aufmerksamkeit und darin freundliche Zuwendung zu schenken und nicht wissen, wie das genau geht, fällt es vielen Menschen am Anfang sehr schwer. Wir können nicht glauben, dass das funktioniert. Möglicherweise schiebt sich auch ein problematisches Selbstwertgefühl dazwischen, unbewusst.

Formen des Widerstands oder Unbehagens tauchen auf: Wir bewerten, wehren ab, denken „Wichtigeres“ zu tun zu haben. Langeweile kann sich zeigen. Darunter vielleicht eine Unsicherheit, uns uns selbst zuzuwenden.

Wir finden Ausreden, die immer auch plausibel klingen, uns aber im Funktionsmodus des Alltagsgetriebes und Fremdbestimmtseins gefangen halten: äußere Umstände, die Arbeit, die Kinder, die Partnerin, zu viele Termine …

Unsere Vermeidungs- und Gewohnheitsmuster in Bezug auf Aufmerksamkeit und darin Gutes für uns selbst, das uns wirklich erfüllt, sind immens stark.

Wir kommen in Berührung mit unserem Getriebensein und unseren negativen und strengen Urteilen uns selbst und vielem anderen gegenüber.

Damit wollen wir nicht wirklich etwas zu tun haben. Dieses Nicht-Haben-Wollen ist so vertraut, dass wir lieber darüber hinweggehen und so weiter machen möchten wie bisher.

Etwas in uns weiß aber auch: Wenn wir im "Autopiloten" weiter durch unser Leben hetzen, uns fremd bestimmen lassen, alles andere wichtiger nehmen als uns selbst, als unseren Körper, unser Herz, unsere wirkliche Befindlichkeit, dann kann das irgendwie dauerhaft nicht gut sein.

Wenden wir uns allerdings, wie im Programm, unserem Körper zu und spüren ihn allmählich mehr und tiefer, dann ahnen wir recht schnell - und mit Wiederholung wissen wir - dass wir ihm durch das hartnäckige Darüber-Hinweggehen schaden. 


Tief in unserem Körper wohnt eine grenzenlose Intelligenz, die, sobald wir im Hinschauen und Hinfühlen damit in Berührung kommen, ganz klar vermittelt: Hör hin! Lausche! Nimm dir Zeit!

Die Unruhe in dir, das Getrieben-Sein, der Schmerz, die Niedergeschlagenheit, die Erschöpfung, die schwelende Unzufriedenheit, dein Kummer, die vielen Sorgen und Grübeleien, auch dein leiser Groll und vieles mehr – das alles sind Botschaften deines Körpers, deiner Psyche und deines Herzens an dich!

Der Körper liebt es, wahrgenommen zu werden – auch von dir! Er antwortet sofort. Er erzählt dir über Empfindungen und Befindlichkeiten, welche immense Bedeutung er für dein Leben hat und was mit dir los ist. Ohne Körper kein Leben, oder?

Seine Sprache sind Empfindungen und Emotionen. All das, was uns dieses kostbare Lebendigsein fühlen lässt. Eine grenzenlose Intelligenz und Weisheit spricht aus deinem Körper mit dir. Sie ist so viel größer und weiter als der kleine, ewig plappernde Verstand.

„Unser Verstand ist eine Plaudertasche“ (Stephen Hayes), vieles, was er uns anbietet, ist nicht wirklich von Nutzen für ein gesundes Leben im Moment. Unablässig stellt er sich das Leben vor, hat genaue Konzepte, wie es sein sollte. Hadert, problematisiert, kritisiert, will haben oder nicht haben. Wirkt Unfrieden in Körper und Geist.

Die Weisheit des Körpers ist die Weisheit des ganzen Kosmos. Sie ist mehr als nur das Wissen über Funktionen des Körpers. Sie umfasst das Erkennen von Zusammenhängen und Abhängigkeiten und ihre unentwegt sich verändernde Natur.

Um das zu begreifen, brauchen wir eine andere Ebene des Erkennens. Und diese liegt im direkten Erleben des Augenblicks, so, wie er ist.

Das Erleben des Augenblicks geht nur über deinen Körper. Wie sonst? In ihm lebst du, webst du dein Leben, erfährst du dein Da-Sein!

Und je öfter du deine Aufmerksamkeit in ihn hineinlenkst, und je länger du da verweilst, z.B. im Bodyscan, auch in achtsamer Bewegung oder in stiller Meditation, und ihm Ruhe schenkst, desto tiefer berührst du dieses innere Wissen und die Weisheit in dir. 


Man kann auch sagen, dass du mit deiner Intuition in Berührung kommst, die dir ganz genau vermittelt, was du brauchst, was der nächste Schritt in mehr Wohlbefinden, Gesundheit und Frieden ist.

Es gibt dann den Moment, an dem du nicht mehr bereit bist, deine Grenzen und d.h. die deines Körpers und deiner Psyche, zu missachten, zu überschreiten, zu ignorieren, abzuwerten.

Vorstellungen und Konzepte können sich lockern, manche, die allzu viel Enge in dir bewirkt haben, lösen sich vielleicht auch auf.

Im Augenblick eröffnet dir dein Körper die Weisheit deines und allen Seins. Die Veränderlichkeit aller Zustände und Befindlichkeiten. Die Erneuerung in jedem Moment. Die Natur der Entfaltung dieses Lebens immer nur in diesem einzigen Moment Leben.

Durch deine offene, freundliche Aufmerksamkeit für dich verändert sich dein inneres Lebensgefühl und deine Haltung zu deiner Arbeit, zu den Menschen, die du liebst. Zu allem. Das ist die Qualität von „mit dem Leben fließen“. Einfach da sein. Wach.

Und jetzt: Sei aufmerksam für dich :)
Atme tief durch .... spür einatmen - ausatmen.
Wie fühlst du dich? Im Moment?
Lass es sein wie es ist, sei freundlich mit dir.
Das genügt - fürs Erste ...

 


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